Was unter Holzwerkstoffen verstanden wird
Holzwerkstoffe entstehen durch das Zusammenfügen, Verpressen, Verleimen oder Schichten von Holzbestandteilen zu definierten Formaten und Eigenschaften. Im Unterschied zu massivem Schnittholz lassen sich Struktur, Plattenformat, Oberflächenqualität und teils auch Formstabilität gezielt beeinflussen. Zur Gruppe gehören sowohl plattenförmige Produkte als auch konstruktive Elemente, Verbundmaterialien und werkseitig veredelte Varianten.
Typische Einsatzbereiche von Holzwerkstoffen
Holzwerkstoffe werden im Innenausbau, Möbelbau, Ladenbau, Elementbau sowie bei Fassaden- und Oberflächenlösungen eingesetzt. Je nach Produkt eignen sie sich für Beplankungen, Trennwände, Unterlagskonstruktionen, sichtbare Oberflächen, tragende Bauteile oder funktionale Schichten. Ausschlaggebend sind Anforderungen an Festigkeit, Feuchteverhalten, Bearbeitbarkeit, Oberflächenbild und Masshaltigkeit.
Gruppen innerhalb der Holzwerkstoffe
Zu den Holzwerkstoffen zählen Plattenwerkstoffe wie Span-, Faser- oder Sperrholzprodukte ebenso wie Konstruktionselemente und Stützelemente aus verleimten oder geschichteten Holzlagen. Hinzu kommen Oberflächenmaterialien und Fassadenmaterialien mit dekorativer oder schützender Funktion sowie Spezialmaterialien und Funktionsmaterialien mit zusätzlichen Eigenschaften, etwa im Hinblick auf Akustik, Brandschutz oder Feuchtebeanspruchung. Zertifizierte und umweltfreundliche Materialien bilden keine eigene technische Gattung, sondern kennzeichnen Herkunft, Emissionseigenschaften oder ökologische Anforderungen innerhalb dieser Produktgruppen.
Abgrenzung zu Sägerei, Schreinerei und Zimmerei
Innerhalb der Hierarchie liegt Holzwerkstoffe unter Baustoffe und Werkstoffe und bezeichnet die Materialseite des Holzbereichs. Von der Sägerei unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass dort primär Roh- und Schnittholz hergestellt wird, während Holzwerkstoffe veredelte oder zusammengesetzte Produkte sind. Schreinerei und Zimmerei verarbeiten diese Materialien zu Bauteilen, Ausbauten oder Konstruktionen; sie sind daher ausführende Gewerke und keine Werkstoffkategorie. Auch Zubehör gehört nicht zu den Holzwerkstoffen selbst, sondern ergänzt deren Verarbeitung oder Montage.